Fragen zum Brandschutz

Was ist ein Brandschutzgehäuse?

Ein Brandschutzgehäuse ist eine Umhausung, die Brandlasten und Brandgefahren, bspw. von elektrischen Anlagen, abschirmt.

Was ist F30?

F30 ist eine Feuerwiderstandsklasse im Brandschutz. Feuerwiderstandsklassen geben an, wie lange ein Bauteil einem Brand standhalten muss. Für F30 muss das zu schützende Element für 30 Minuten seine Funktion erfüllen.

Was ist der Unterschied zwischen F30 und EI30?

F30 ist ist eine Feuerwiderstandsklasse nach der alten Deutschen Norm DIN 4102-1.

Sie wurde durch die Europäische Norm DIN EN 13501-2 ersetzt. Die veraltete deutsche Norm F30 wurde durch die vereinheitlichte Norm EI30 ersetzt. Weiterhin wird F30 als gängiger Indikator angegeben und gekennzeichnet.

Wer braucht ein Brandschutzgehäuse?

Alle öffentlichen Gebäude, die mit einem Display oder Beamer ausgestattet sind, benötigen ein Brandschutzgehäuse. Besonders wichtig ist eine solche Maßnahme in Versammlungsräumen, Flucht- und Rettungswegen, da diese frei von Brandlasten sein müssen. Zu den häufigsten Brandlasten gehören z.B. Displays, Möbel, Beamer und Zimmerpflanzen.

Wofür braucht man ein Brandschutzgehäuse?

Brandschutzgehäuse dienen zur Einhausung von Displays und Beamern in Versammlungsräumen, Flucht- und Rettungswegen, zum Schutz von Menschen und Tieren vor möglichen Brandgefahren. Darüber hinaus können Brandschutzgehäuse für den Erhalt und zur Aufbewahrung wichtiger Dokumente oder Wertgegenstände eingesetzt werden.

Was bedeutet Brandschutz?

Zum Brandschutz werden sämtliche Maßnahmen gezählt, die der Bekämpfung und Prävention eines Brandes dienen.

Welche Brandschutzarten gibt es?

Es gibt den vorbeugenden Brandschutz und den abwehrenden Brandschutz.

Was ist vorbeugender Brandschutz?

Im vorbeugenden Brandschutz zielt man darauf ab, Brandrisiken im Vorfeld zu minimieren. Bspw. durch organisatorischen-, anlagentechnischen- und baulichen-Brandschutz.

Was ist abwehrender Brandschutz?

Im abwehrenden Brandschutz werden Maßnahmen bei der Brandentstehung vorgenommen. Bspw. das Löschen des Feuers durch die Feuerwehr.

Was ist der bauliche Brandschutz?

Der bauliche Brandschutz umfasst alle planerischen, bautechnischen und konstruktiven Maßnahmen zur Vorbeugung eines Brandes und zur Sicherung der Standfestigkeit eines Bauwerks im Brandfall. Bspw. F30-F90 Wände werden meist im Hochbau verwendet.

Was ist der anlagentechnische Brandschutz?

Der anlagentechnische Brandschutz stellt durch Gebäudeeinrichtungen die Möglichkeit dar, Gefahren gezielt zu minimieren ohne dabei Einfluss auf den Bau zu nehmen. Hierfür gibt es präventive Maßnahmen, wie die Verwendung von brandsicheren Baustoffen, Rauchmelder, Rauchabzugsanlagen, Rauchklappen, Brandschutzgehäuse usw.

Und operative Maßnahmen, wie Brandlöschung durch Sprinkleranlagen, Pulverlöschanlagen usw.

Was ist der organisatorische Brandschutz?

Die Aufgaben des organisatorischen Brandschutzes unterliegen der Verantwortung des Brandschutzbeauftragten und der Brandschutzhelfer. Der Brandschutzbeauftragte wird damit beauftragt, Brandschutzpläne zu entwerfen, ggf. elektrogeräte in Brandschutzgehäusen einzuhausen und die Brandsicherheit zu überprüfen

Wieso ist der Brandschutz für elektrische Geräte wichtig?

Der Brandschutz ist bei elektrischen Geräten besonders wichtig, da theoretisch jedes elektrische Gerät einen Brand auslösen kann. Laut der IFS-Schadendatenbank ist Elektrizität mit 30% die häufigste Brandursache. Versicherungsgesellschaften haften im Brandfall nicht, wenn das elektrische Gerät nicht vorschriftsmäßig eingehaust wurde. In diesem Fall haften Brandschutzbeauftragte und Gebäudeeigentümer.

Welche Feuerwiderstandsklassen gibt es?

Nach DIN 4102 gibt es insgesamt fünf Feuerwiderstandsklassen, F30, F60, F90, F120 und F180. In dieser wird festgelegt, wie lange ein Bauteil dem Feuer ohne Schäden standhalten kann. Bspw. muss F30 eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 30 Minuten standhalten und F60 mind. 60 Minuten. In der DIN EN 13501-1 und DIN EN 13501-2 gibt es mehr als nur fünf Feuerwiderstandsklassen. Die Unterscheidung ist hier viel präziser. Hier werden die Zeiten der Feuerwiderstandsdauer und einzelne Leistungskriterien, die die Bauteile erfüllen müssen, voneinander getrennt betrachtet. Die Feuerwiderstandsdauer wird in neun Klassen unterteilt: 15, 20, 30, 45, 60, 90, 120, 180 und 240 Minuten. Darüber hinaus gibt es fünf weitere Leistungskriterien, die zur Bestimmung des Feuerwiderstands verwendet werden:

- Tragfähigkeit R

- Raumabschluss E

- Wärmedämmung I

- Strahlungsdurchtritt W

- Stoßbeanspruchung M

Außerdem wird das Bauprodukt in die Baustoffklassen A bis F eingeteilt, also von kein Beitrag zum Brand, bis zu Brandfördernd. Zusätzlich wird noch die Rauchentwicklung, das brennende Abtropfen, die Tragfähigkeit, der Raumabschluss, die Wärmedämmung, der Strahlungsdurchtritt und die Stoßbeanspruchung geprüft. 

Welche Unterschiede gibt es zwischen den DIN und EN Normen?

DIN -Norm steht für Deutsche Industrienorm, das heißt es ist eine nationale Norm für Deutschland. EN Normen oder Europäische Normen sind Normen, die für ganz Europa gelten.

Braucht jeder einen Brandschutzbeauftragten?

Nein, grundlegend ist ein Brandschutzbeauftragter nur Pflicht, wenn er baurechtlich oder in einer gesonderten Bauvorschrift gefordert ist.

Wer ist mein Ansprechpartner zum Thema Brandschutz?

Mögliche ansprechpartner sind:

  • die Feuerwehr
  • Brandschutzbeauftragte
  • Brandschutzplaner
  • kommerzielle Brandschutzberater
  • externer Partner
Was macht ein Brandschutzbeauftragter?

Ein Brandschutzbeauftragter hat eine beratende Funktion zum Thema Brandschutz und er muss dafür sorgen, dass die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden.

Was macht ein Brandschutzhelfer?

Zu den Aufgaben des Brandschutzhelfers zählen bspw:

  • Die Unterstützung des Brandschutzbeauftragten
  • Vorbeugender Brandschutz (Kontrolle bei Arbeiten mit Feuer oder Hitze)
  • Brandbekämpfung bei Entstehung eines Brandes
  • Bedienung der Brandschutzeinrichtungen (Feuerlöscher, Wandhydrant etc.)
  • Einweisen der Feuerwehr
Ist ein Brandschutzhelfer für jedes Unternehmen verpflichtend?

Ja. Laut ASR 7.3 (1) “[...]hat ein Betrieb eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten durch Unterweisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen.”

Quelle: "Technische Regeln für Arbeitsstätten" [BAUA, 2020, S.15 Kap. 7.3]

Wie viele Brandschutzhelfer brauche ich?

Laut ASR 7.3 (2) müssen rund 5% der beschäftigten Personen Brandschutzhelfer sein.

Quelle: "Technische Regeln für Arbeitsstätten" [BAUA, 2020, S.16 Kap. 7.3 (2)]

Wie viele Feuerlöscher brauche ich?

Privathaushalte sind nicht verpflichtet einen Feuerlöscher zu besitzen, dennoch ist es empfohlen. In Arbeitsstätten sind Feuerlöscher laut ASR 5.2 (1) “[...]nach Art und Umfang der im Betrieb vorhandenen brennbaren Stoffe, der Brandgefährdung und der Grundfläche der Arbeitsstätte in ausreichender Anzahl bereitzustellen.[...]”

Quelle: "Technische Regeln für Arbeitsstätten" [BAUA - 2020, S. 8 Kap. 5.2 (1)]

Wie oft muss ein Feuerlöscher gewartet werden?

Alle 2 Jahre bei Dauerdrucklöscher, Aufladelöscher und Nassdauerdrucklöscher. Alle 4 Jahre bei Pulverdrucklöschern.

Wie verhält man sich in einem akuten Brandfall?

Folgendes sollte bei einem akuten Brandfall getan werden.

• Ruhig bleiben und nicht panisch handeln!

• Brand melden!

• Mitarbeiter und andere Personen warnen

• Lüftungs-, Transport- und Heizungsanlagen abschalten

• Bei großer Brandgefahr Fluchtwege nehmen

• Gefahrenbereiche umgehend verlassen

• In gebückter Haltung gehen

• Sich selbst nicht in Gefahr bringen, Leben geht vor Brandbekämpfung

Quelle: "Verhalten im Brandfall am Arbeitsplatz" [Stand: 2020]

Was macht man nach einem Brand?

Nach einem Brand sollte:

• Der Brand der Feuerwehr gemeldet werden,

• die Brandstelle gesichert, gelüftet und das Löschwasser beseitigt werden um Folgeschäden gering zu halten.

• Brandmeldeanlagen, Feuerlöschanlagen, -geräte und –einrichtungen sollten wieder betriebs- und einsatzbereit gemacht werden und elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind vor Wiederinbetriebnahme zu prüfen

Falls der Brand innerhalb eines Brandschutzgehäuses stattfand, sollte dieses von der Feuerwehr geprüft und dann im Sondermüll entsorgt werden.

Quelle: "Verhalten im Brandfall am Arbeitsplatz" [Stand: 2020]

Was ist ein Brandschutzglas?

Ein Brandschutzglas ist ein besonderes, mehrlagiges Glas- und Gelverbund, das hohen Temperaturen eine gewisse Zeit standhält z.B. F30 Glas bietet 30 Minuten Feuerwiderstand.

Welche Brandschutzmaterialien gibt es?

Als Brandschutzmaterial gilt alles, was eine Feuerwiderstandsklasse aufweist und entsprechend als solches zertifiziert ist, dazu zählen z.B.  Brandschutzplatten, Brandschutzlacke, Brandschutzglas, feuerfeste Stoffe, Brandschutzmatten u.v.m.

Gibt es zertifizierte Brandschutzgehäuse?

Nein, es gibt keine zertifizierten Brandschutzgehäuse, da es nur Zertifizierungen für das verwendete Material gibt. Brandschutzgehäuse können jedoch bei einer Materialprüfanstalt geprüft werden z.B. MPA Dresden.

Was steht in einer Brandschutzordnung?

In einer Brandschutzordnung finden sich alle Regeln für das Verhalten von Personen in einem Brandfall. Sie ist an ihr jeweiliges Unternehmen und Ort angepasst. Alle 2 Jahre muss sie außerdem Überprüft werden, ob sie noch aktuell ist.

Wer ist für den Brandschutz in einem Unternehmen zuständig?

Der Arbeitgeber ist in seinem Unternehmen für den Brandschutz zuständig.

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